Die Rennstrecke im süditalienischen Nardo ist dafür bekannt, dass Autohersteller auf ihr die Höchstgeschwindigkeiten ihrer neuesten Modelle testen. Auf der Strecke sind schon viele Rekorde gefahren worden, zum Beispiel vom Koenigsegg CCR, der im Februar 2005 mit 387,87 km/h den Rekord als schnellstes straßenzugelassenes Serienfahrzeug der Welt aufstellte. Dieser Rekord wurde allerdings mittlerweile schon mehrmals gebrochen, allerdings nicht in Nardo, sondern auf anderen Rennstrecken oder Testgeländen. Zurzeit gilt der Bugatti Veyron 16.4 Super Sport als schnellstes Serienfahrzeug mit Straßenzulassung.
Nun haben die Tuner von G-Power, Geiger, 9ff und MTM auf Einladung von “auto, motor und sport” ihre Top-Fahrzeuge mit nach Nardo genommen um zu schauen wer von ihnen das meiste aus den Wagen heraus geholt hat. Zum Kräfte messen treten an: G-Power BMW M5, Geiger Corvette ZR 1, Porsche 9ff-GT3, MTM Audi R8 und der MTM Audi RS6. Alle Fahrzeuge sind mit dickem Diffusor und einer lautstarken Sportauspuffanlage ausgestattet, die für den richtigen Sound sorgt.

Der Porsche GT3 von 9ff war mit Abstand der schnellste auf der Rennstrecke in Nardo.
Als erstes geht der Porsche 9ff-GT3 an den Start und legt imposant vor. Mit seinen 1.200 PS bei knapp 1,4 Tonnen Gewicht erwartet man, dass er alle Geschwindigkeitsrekorde bricht, doch bei 360 km/h ist vorerst Schluss. Die Geschwindigkeit ist für die Tuner allerdings eher Nebensache, da es viel spannender ist, zu schauen, wie man den Porsche unter Kontrolle halten und vom Abheben abhalten kann. Beim zweiten Versuch ist der Porsche schon etwas besser zu kontrollieren, und so kommt es zur Topgeschwindigkeit von 387,4 km/h. Schneller ist keiner, womit der PS-Porsche auch allen Erwartungen gerecht geworden ist.
Der zweite Starter ist der BMW M5 von G-Power. Mit seinen 900 Ps dürfte auch dieser Wagen ziemlich zügig unterwegs sein. Schließlich hat die 750 PS starke Version bereits die Wahnsinns-Geschwindigkeit von 367,4 km/h erreicht. Leider bleibt der M5 hinter den Erwartungen zurück und bei 339,4 km/h ist Schluss. Auch wenn die Tuner vor Ort noch alles versuchen um mehr aus dem Wagen heraus zu holen, gelingt es nicht und somit steht für den Chef fest, dass sie im nächsten Jahr noch einmal antreten wollen.
Als nächstes ging die Corvette ZR1 von Geiger ins Rennen. Trotz der satten 692 PS und den imposanten Ausmaßen des Endschalldämpfers fällt der Sound um einiges sachter aus als erwartet. Auch wenn der Komfort des Wagens zu wünschen übrig lässt, ist die Corvette ein absoluter Traumwagen und dementsprechend gespannt ist man auch auf die Test-Ergebnisse. Der Top-Speed beträgt 341,6 km/h. Wenn man bedenkt dass das Fahrzeug nicht nur länger sondern auch schwerer ist als der 9ff-Porsche ist dieser Wert schon sehr beachtlich.
Zum Schluss tritt MTM mit zwei Audi-Sportlern an, nämlich dem R8 und dem AS6. Der serienmäßige Motor des R8 wurde gegen den Motor des RS6 ausgetauscht, welcher auf 777 PS getunt wurde. Das 6-Gang-Getriebe sorgt für ordentlichen Schub, doch die Tuner selben finden, dass man an der Aerodynamik noch etwas ändern muss. Vielleicht sind dann noch höhere Geschwindigkeiten als 347,6 km/h möglich.
Danach startet MTM mit dem RS6 noch einmal durch. Das Automatik-Getriebe sorgt für einen leichten und vor allem schnellen Start. Schon nach einer Runde auf der Rennstrecke ist die Spitzengeschwindigkeit von 362,5 km/h erreicht. Ob mehr drin wäre wird in Nardo nicht getestet, da das Team von MTM mit diesem Wert schon sehr zufrieden ist. Im Inneren des RS6 wurde die gesamte Rücksitzanlage entfernt um Platz für einen Überrollkäfig zu schaffen.
Was die Geschwindigkeit angeht, hat der Porsche 9ff GT3 haushoch gewonnen. Doch wenn man auch den Komfort mit in die Wertung nimmt, ist der Audi RS 6 ein sehr ernst zu nehmender Gegner, da die Federung hier viel geschmeidiger ist als die des Porsches.